Altershirndruck NPH

Normaldruckhydrocephalus

Bei dem Wort Hydrozephalus denkt man meist an eine Erkrankung, die nur Babys und kleine Kinder betrifft. Ein Normaldruckhydrocephalus (NPH) aber tritt im Allgemeinen erst im sechsten oder siebten Lebensjahrzehnt eines Menschen auf.

Was ist ein Normaldruckhydrozephalus?

Bei einem Normaldruckhydrozephalus befindet sich zu viel Hirnnervenwasser (Liquor) in den Hirnwasserkammern (Ventrikel). Der Druck im Gehirn ist dabei aber nur wenig oder überhaupt nicht erhöht.

Normalerweise werden im Gehirn eines Erwachsenen etwa 500-600 ml Liquor am Tag gebildet. Dieser Liquor zirkuliert in den Ventrikeln und umspült Gehirn und Rückenmark, er transportiert Nährstoffe zum Gehirn und wirkt als Puffer, der es vor Verletzungen schützt.

Ein NPH entsteht, wenn der Liquorfluss in irgendeiner Form blockiert ist.

Auf diesem Foto sieht man normal ausgeprägte Gehirnkammern.

Auf diesem Foto sieht man stark erweiterte Gehirnkammern (Altershirndruck).

Wodurch wird ein Normaldruckhydrocephalus verursacht?

In den meisten Fällen ist die Ursache unbekannt, der NPH kann aber auch infolge einer Hirnverletzung, einer Subarachnoidalblutung (freies Blut gelangt in den Liquor) oder einer Infektion, z.B. einer Hirnhautentzündung, entstehen.

Welche Symptome treten bei einem Normaldruckhydrocephalus auf?

Es gibt drei Symptome, die bei jedem Patienten mit NPH auftreten:

Gangstörung

Harninkontinenz

Demenz

1. Gangstörung

Die Gangstörung ist in der Regel das erste Anzeichen, das auffällt. Es gibt in dem Sinne kein „klassisches„ Gangbild, manche Patienten entwickeln einen breitbeinigen Gang, andere gehen eher mit kleinen, schlurfenden Schritten. Unter Umständen haben sie Schwierigkeiten, das Gleichgewicht zu halten und stürzen häufig.

2. Harninkontinenz

Die Inkontinenz beginnt oft mit einem häufiger auftretenden und/oder verstärkten Harndrang. Sie kann allerdings auch durch die Gangstörung (der Patient erreicht die Toilette nicht rechtzeitig) oder durch die üblichen Probleme in dieser Altersgruppe, z.B. eine Vergrößerung der Prostata, bedingt sein.

3. Demenz

Die Demenz ist meist leicht und schreitet langsam vor. Sie äußert sich in einem Nachlassen des Kurzzeitgedächtnisses, Vergesslichkeit und Schwierigkeiten bei der Bewältigung alltäglicher Aufgaben.

Wie wird der Normaldruckhydrozephalus diagnostiziert?

Der erste Ansprechpartner ist meist der Hausarzt, dieser sollte den Patienten am besten zu einem Neurologen oder Neurochirurgen überweisen. Ein Computertomogramm (CT) oder Magnetresonanztomogramm (MRT) des Gehirns zeigt beim NPH eine Erweiterung der Ventrikel. Eine bei der klinischen Untersuchung durchgeführte Lumbalpunktion (Entnahme von Hirnnervenwasser) ergibt einen normalen oder fast normalen Hirndruck.

Kann der Normaldruckhydrocephalus behandelt werden?

Bei der Lumbalpunktion werden etwa 30 ml Liquor entnommen. Patienten, deren Symptome sich nach einer Lumbalpunktion bessern, profitieren in der Regel auch von einer Operation. Bei der Operation wird ein Shunt (ein dünner Schlauch mit Ventil) in einen der Gehirnventrikel gelegt. Der Shunt leitet überschüssigen Liquor aus dem Gehirn in einen anderen Teil des Körpers ab (meistens in die Bauchhöhle). Er verläuft unter der Haut und bleibt dauerhaft dort, so dass der NPH damit unter Kontrolle gebracht werden kann.

Was bringt die Shunt-Operation?

Dank der Fortschritte in der Shunt-Technologie führt die Shunt-Behandlung heute in den meisten Fällen zu einer Besserung der Symptome.

Wie merke ich, dass der Shunt nicht ordentlich funktioniert?

Neu auftretende Kopfschmerzen können ein Hinweis darauf sein, dass der Shunt zu viel Liquor ableitet. Dieser Gefahr kann der Neurochirurg begegnen, indem er einen programmierbaren Shunt einsetzt, bei dem der Arzt ohne eine erneute Operation den Druck von außen anders einstellen kann. In den ersten Monaten nach der Shunt-Implantation kann es sein, dass der Shunt häufiger umprogrammiert werden muss. Wenn der Shunt zu wenig Liquor ableitet, stellen sich meistens die alten Gangstörungen als erstes wieder ein. Darüber muss der Neurochirurg informiert werden, da es bedeuten kann, dass der Shunt versagt hat.

Weitere Informationen

Wenn Sie mehr zum Normaldruckhydrocephalus wissen wollen, rufen Sie die Beratungsstelle des ASBH-Bundesverbandes an unter

Telefonnummer: 0231 -8610500 oder

Email: asbh@asbh.de

Helfen Sie uns

Die ASBH-Stiftung ist auf die Spendenbereitschaft von Mitbürgerinnen und Mitbürgern angewiesen, um den von Hydrocephalus und/oder Spina bifida betroffenen Menschen, ihren Angehörigen und den Pflegenden mit Rat und Tat zur Seite stehen zu können.

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